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Die Kolpingsfamilie Salzkotten ist seit 1985 mit der Kolpingsfamlie Weißenfels befreundet, seit 1989 besteht eine offizielle Partnerschaft.

Auf Anregung von Reinhard Kamp hatte die Kolpingjugend beschlossen, Kontakt mit einer Gruppe in der DDR aufzunehmen. Im April 1985 machten sich dann zehn junge Erwachsene auf den Weg nach Hohenmölsen und nach Weißenfels im Süden von Sachsen-Anhalt.

Doch bereits vor der Fahrt wurde schnell klar, dass es nicht so einfach sein sollte, von Deutschland nach Deutschland zu reisen: Lucia und Heinz Volke und Ulrike Berger (heute Altrogge) und Rainer Altrogge bekamen kein Visum und durften nicht einreisen.

 

Die Kolpinger in Hohenmölsen, einem überschaubaren Ort von der Größe der Salzkottener Kernstadt, gaben sich auch ein wenig ängstlich, sie befürchteten , dass sich diese Westkontakte negativ auswirken könnten. So war es ein Wink des Schicksals, dass der Rest der Gruppe in Weißenfels untergebracht wurde. Hier sprach man bis tief in die Nacht über Gott und die Welt und auch über das gemeinsame Vaterland. Freundschaften entstanden.

Schon für den Herbst wurde ein weiteres Treffen geplant. Man wurde erfinderisch, irgendwie hatten alle in Weißenfels Verwandte und so erhielten diesmal alle eine Einreisegenehmigung. Die privaten Kontakte zwischen Weißenfels und Salzkotten verstärkten sich trotz Mauer und Stacheldraht.

 

Im Mai 1989, noch bevor die ersten DDR-Bürger über die Prager Botschaft ausreisten, trafen sich Kolpinger aus Salzkotten und Weißenfels in Berlin in einem Klostergarten in Pankow, dort wurden die Weichen für eine offizielle Partnerschaft zwischen den beiden Kolpingfamilien gestellt und wenig später von den Vorständen im Oktober 1989 in Weißenfels besiegelt.

Im November 1989 war Manfred Rauner bei der Familie Kamp zu Gast und er nutzte die Gelegenheit, mit Rainer Altrogge und Reinhard Kamp die französische Hauptstadt Paris zu besuchen - nachdem am Tag vorher die Mauer gefallen war!

 

 

Schon ein paar Wochen später besuchten über 100 Salzkottener Weißenfels, darunter auch Kommunalpolitiker von CDU und SPD, die ebenfalls Kontakte knüpfen wollten. Im Mai 1990 rollten zahlreiche Trabbis und ein Bus nach Salzkotten, erstmals kam es zu einem offiziellen Gegenbesuch.

In der Folgezeit fanden immer wieder gegenseitige Besuche statt. Auch praktische Hilfe wurde geleistet: eine Gruppe engagierter Kolpinger unter der Leitung von Meinolf Willeke war aktiv bei den Renovierungsarbeiten der Pfarrkirche in Weißenfels dabei.

Die gesellschaftlichen und politischen Gegebenheiten haben sich seit 1985 drastisch verändert; die Partnerschaft der beiden Kolpingsfamilien hat sich in dieser Zeit weiterentwickelt: wir haben uns in der Regel mindestens einmal jährlich gegenseitig besucht. Es haben sich viele persönliche Kontakte und Freundschaften (und eine Patenschaft: Ulrike Altrogge ist Taufpatin von Klemens Wörner) entwickelt.

Im Jahr 2015 sind es 30 Jahre, dass wir befreundet sind. Dazu trafen wir uns Ende Mai in Weißenfels. Begleitet wurde dieser Besuch vom ehemaligen Diözesansekretär Peter Bee, der vor 30 Jahren den Kontakt zur Kolpingsfamilie Weißenfels hergestellt hatte.

In all den Jahren haben wir zusammen spannende Basketballspiele zwischen Weißenfels und Salzkotten in der 2. Bundesliga und später Erstligabasketball des MBCs gesehen. Wir haben die Wewelsburg, die Burg Goseck, Kloster Dalheim und das Weißenfelser Schloß besichtigt und es 2007 endlich geschafft, das Winzerfest in Freyburg zusammen zu besuchen. Wir haben zusammen Gottesdienst gefeiert und anschließend beim Frühschoppen über Gott und die Welt diskutiert.

Wir haben uns ausgetauscht und voneinander gelernt, wir erfahren und leben Gemeinschaft im Geiste Adolph Kolpings.